Geduld üben

Geduld üben: 6 Wege für mehr Ausdauer mit deinem Kind

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

Erhalte nicht nur die 11-seitige Sammlung „Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind“ (Zähne putzen, Aggression, teilen, mangelnde Kooperation, aufräumen, anziehen) von mir, sondern darüber hinaus regelmäßig konkrete Tipps für euren Alltag, Impulse für gestresste Eltern, Ankündigungen für deine persönliche Weiterbildung und mehr!

Ich muss mich entschuldigen.

Bei allen, mit denen ich jemals ungeduldig war.

Keine Ahnung, wie viele Menschen das waren…

Aber du kannst meine Kinder fragen.

Oder meinen Mann.

DIE können dir Geschichten erzählen…

Gott weiß es am besten: Er hat mir Geduld nicht in die Wiege gelegt!

Ganz im Gegenteil.

Die Zündschnur, die er mir mitgegeben hat, ist echt kurz.

Aber genug von mir.

Hier geht es um dich und wie du Geduld üben kannst.

Ich möchte dir heute lieber Mut machen.

Die gute Nachricht:

Egal, wie kurz oder lang dein eigener Geduldsfaden scheint…

Fakt ist:

Dein Kind ist dein bester Lehrer!

Wenn du dich drauf einlässt.

Ich verrate dir heute mein Geheimnis.

Psssst. Nur für dich.

Alles Situationen, die ich praktisch erprobt habe: 

Situation 1 zum Geduld üben: Dein Kind trödelt

Geduld ueben - Mein Kind will nicht mitkommen

Dein Kind bleibt auf dem Weg zum Kindergarten bei jedem Stein stehen.

Du hast es allerdings eilig, weil du gleich um 8:30 Uhr eine wichtige Präsentation halten musst.

Dein Chef ist sowieso schon genervt, weil du in letzter Zeit oft zu spät zur Arbeit erscheinst.

Lösung:

Zeitmanagement.

Der Klassiker mit Kindern.

Da kannst du Geduld üben!

Plane für den Weg regelmäßig mehr Zeit ein.

Gehe beispielsweise 15 Minuten früher los.

So musst du dein Kind nicht gegen seinen Willen mitziehen.

Deinem Kind geht es darum, gesehen zu werden.

Es will, dass du in seine Welt eintauchst.

„Schau mal, Mama, der Schmetterling da…“

Sei interessiert.

Schau hin.

Und dann wird es auch verstehen, wenn es an einem anderen Tag doch mal schneller gehen muss:

„Heute haben wir es eilig. Was hältst du davon, wenn wir morgen wieder mehr Zeit für den Weg einplanen?“

Diese Situationen sind ideal geeignet, um Geduld üben zu können.

Und sie werden dir jeden einzelnen Tag geschenkt.

Bis du es lernst.

Situation 2: Dein Kind will sich alleine anziehen

Kinder, die etwas neu gelernt haben, möchten es auch anwenden.

Soweit, so gut.

Nur dumm, wenn du es eilig hast.

Es geht halt schneller, wenn du dein Kind anziehst.

Resultat:

Dein Kind tobt.

Jetzt dauert es noch länger.

Geduld ueben - Mein Kind braucht so lange

Lösung:

Auch hier gibt es wieder ein Zeitproblem.

Tipp:

Stelle in Gedanken eure Uhren eine halbe Stunde nach vorne.

Heißt:

Wenn ihr normalerweise um 7:30 das Haus verlasst, tut so, als ob ihr bereits um 7 Uhr los müsstet.

Der Grund:

Es ist wichtig, dass du deinem Kind genug Zeit einräumst, um die Dinge, die es gerade neu gelernt hat, üben zu können.

Vor allem, wenn dein Kind es tun WILL.

Denke bitte immer daran:

Es ist ein Investment.

In dem Moment dauert es vielleicht länger.

Aber langfristig gesehen wird die Selbständigkeit deines Kindes dich entlasten!

Wenn du trotzdem mal in Zeitnot kommst, wähle einen spielerischen Ansatz. 

Das funktioniert zu 99%.

Spielerisch Geduld ueben

Situation 3 - Wenn du hier keine Geduld üben kannst: Wutanfall im Supermarkt

Geduld ueben - Wutanfall im Supermarkt

Dein Kind bekommt an der Supermarktkasse einen Wutanfall.

Es schreit und weint, weil es unbedingt Schokolade haben möchte.

Die Königsdisziplin des Eltern-Daseins!

Hier kannst du Geduld üben.

Lösung A – Wenn du zu den ganz Harten gehörst

Gehe auf Augenhöhe mit deinem Kind, berühre es, wenn möglich und zeige Mitgefühl:

„Gell, das ist ganz schön doof, dass wir jetzt keine Schokolade mitnehmen werden. Ich kann dich gut verstehen. Du hattest dir das wirklich gewünscht“.

Für Kinder ist es ganz wichtig, dass sie in liebevoller Annahme und Begleitung weinen dürfen, damit sich der ganze Frust, der für sie in dieser Situation steckt, lösen kann.

Lösung B – wenn dein eigenes Stressfass randvoll ist

Deine Geduld macht gerade mal wieder Urlaub und du schaffst Variante A einfach nicht?

Die Blicke der Leute sind dir schon unangenehm?

Dann lenke dein Kind ab:

„Was wollen wir gemeinsam Schönes machen, wenn wir zu Hause sind? Mit der neuen Knete spielen?“

Wichtig:

Sei gewähr, dass der Wutanfall zu einem späteren Zeitpunkt rauskommt.

Denn wenn das innere Stressfass deines Kindes voll ist, wird die Wut sich später Bahn brechen.

Die Wut muss raus!

Situation 4 zum Geduld üben: Diskussion über Kleidung

„Ich! Ziehe! Das! Kleid! an! Punkt!“, schreit dir deine Tochter entgegen.

Okay.

Dein Kind möchte also ein Kleid anziehen.

Blick nach draußen: Es hat gerade begonnen zu schneien.

Kleid??

Wohl kaum!

Dein Kind sieht das vehement anders.

Geduld ueben - Kind will sich alleine anziehen

Lösung:

Gebe Hilfestellung, aber setze deinen Willen nicht durch.

Das könnte so aussehen:

„Du möchtest das heute gerne anziehen, hm? Ich denke, es ist ein bisschen kalt für dieses Kleid. Lass uns kurz gemeinsam nach draußen gehen und schauen.“

Kinder können nicht einschätzen, dass die Temperatur draußen eine andere ist als in den beheizten Räumen.

Überlege dir:

Muss ich diesen Kampf gerade ausfechten?

Wie fühlt es sich für dich an, deine Tochter in ihrem Lieblingsoutfit gehen zu lassen?

So könnte sie ihre eigenen Erfahrungen machen.

Wichtig:

Packe zusätzlich noch wärmere Kleidung ein.

Dann seid ihr zumindest auf alles vorbereitet. 

Situation 5: Geduld üben für Fortgeschrittene

Geduld ueben - alles auf einmal

Dein großes Kind lässt ein Glas herunterfallen, das auf dem Küchenboden zerschellt.

Es beginnt vor Schreck fürchterlich zu weinen.

Genau in dem Moment betritt der Kleine unbemerkt den Raum und ist kurz davor, in die Scherben zu treten.

Lösung:

Wer da ruhig bleibt, braucht diesen Artikel nicht.

Falls du also in dieser Situation weniger geduldig reagieren würdest, gehe systematisch vor:

Das Wichtigste zuerst:

Der Kleine muss vor Verletzungen geschützt werden.

Schließe, wenn möglich, die Tür des Zimmers und atme zehn Mal tief ein und aus.

Experten raten zu einer Achtsamkeits-Übung, die zunächst Abstand empfiehlt – daher die geschlossene Tür.

Durch diesen Abstand kannst du die Situation wieder objektiver betrachten.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst.

Das Glas auf dem Küchenboden ist vermutlich auch nach 30 Minuten noch dort, wo du es zuletzt gesehen hast.

Situation 6: Du schreist

Manchmal geht es so schnell. 

Ehe du nachdenken kannst, hast du schon geschrien.

Dein Kind bekommen deinen ganzen Frust ab.

Ich kenne das schlechte Gewissen, das einen anschließend, spätestens am Abend, heimsucht.

Bitte:

Gräme dich nicht zu sehr.

Lösung:

Was du tun kannst:

Entschuldige dich bei deinem Kind.

Kinder können großherzig vergeben, wenn sie merken, dass es ehrlich gemeint ist.

Gleichzeitig überlege, welches deiner Bedürfnisse gerade übergangen wurde.

Oder dauerhaft nicht gestillt wird.

Achte auf dich!

Geduld ueben - Ich kann nicht mehr

5 Übungen zur Achtsamkeit, anhand derer du Geduld üben kannst

Das Zauberwort heißt: Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist das Gegenteil von Multitasking.

Im Alltag sind wir oft alles andere als achtsam:

Wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig oder automatisch erledigen.

Oder wenn uns eingefahrene Gewohnheiten, Denkmuster und Glaubenssätze steuern.

Es gibt viele Übungen, die du im Alltag einsetzen kannst, die dir helfen, achtsamer zu werden.

Beispielsweise diese:

 

Geduld üben mit der Geh-Meditation

 

Wie bewusst gehst du im Alltag?

An was denkst du, wenn du gehst?

Normalerweise bewegen wir uns von A nach B, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Bei der Geh-Meditation geht es nicht darum, ein Ziel zu erreichen.

Sondern der Prozess des Gehens ist die eigentliche Übung.

Wir haben verlernt, zu schätzen, dass wir laufen können.

Nimm bei der Geh-Meditation während des Gehens jeden einzelnen Schritt aufmerksam und bewusst wahr.

Sei ganz im Hier und Jetzt.

Durch die Verlangsamung der Bewegungen können die Körperempfindungen leichter beobachtet werden.

So kann jedes Detail, wie die Beschaffenheit des Bodens, die Gewichtsverlagerung des Körpers, das Anspannen der Muskeln, das Aufsetzen der Ferse etc., intensiv beobachtet werden.

Der buddhistische Mönch und Achtsamkeitslehrer Thich Nhat Hanh sagt:

„Jeder Schritt soll glücklich und friedvoll machen und uns zurück in den gegenwärtigen Moment holen.“

Pläne, Ängste und Sorgen sollen außen vor bleiben.

 

Geduld ueben - Gehmeditation

Dein Morgenritual, um Geduld zu üben

 

Statt gleich ins Bad zu hechten, versuche es doch mal so:

Bleibe einfach noch einen Moment wach, mit offenen Augen, im Bett liegen.

Atme bewusst tief ein und aus.

Schließe dann nochmal die Augen und konzentriere dich auf deinen Körper.

Nehme ihn von Kopf bis Fuß bewusst wahr:

Wie fühlt er sich an?

Und welche Gedanken kreisen dir im Kopf herum?

Bewerte sie nicht, nimm sie einfach nur wahr.

Es geht bei dieser Übung darum, nicht bei einem Gefühl oder einem Gedanken hängen zu bleiben, sondern Unangenehmes ziehen zu lassen.

Wenn du merkst, du bleibst „hängen“, lenke den Fokus auf das nächste Körperteil.

Vielleicht hilft dir der Satz:

„OK, das ist ein Gedanke, der mich beschäftigt.“

  • Nach dem Aufstehen kannst du auch erstmal zum Fenster gehen und am offenen Fenster tief ein- und ausatmen.

  • Oder du machst, noch im Bett, eine Meditation. Es gibt wundervolle geführte Meditationen im Internet – zu allen möglichen Themen.

  • Oder du schaltest zu Beginn des Tages deine Lieblingsmusik an und tanzt dazu. Spüre die Töne, spüre den Bass, spüre, wie Freude, Spaß und Lebenslust in deinen Körper einziehen.

  • Eine schöne Idee ist es – gleichzeitig sehr gesund – morgens auf nüchternen Magen ein Glas (warmes) Wasser zu trinken. Nehme bewusst und achtsam jeden einzelnen Schluck in deinen Körper auf und stelle dir vor, was das warme Wasser in deinem Körper gleich Gutes tun wird.

Geduld ueben - Morgenroutine

Das bringt dich direkt runter: Der "Digital Detox"

 

Der Digital Detox oder auch der Smartphone-Detox gehören mittlerweile zu den wichtigsten Achtsamkeitsübungen.

Rund um die Uhr sind wir digitalen Medien ausgesetzt.

Ob auf der Arbeit, direkt nach dem Aufwachen oder abends auf der Couch:

Ständig hängen wir vor einem Display.

Nimm dir mindestens eine Stunde am Tag, in welcher du bewusst auf digitale Medien verzichtest.

Diese Zeit kannst du perfekt für die Me-Time nutzen.

Wenn du die tägliche Stunde in deinen Alltag integriert hast, steigere die digitale Auszeit, damit du mehr Zeit für dich und deine Liebsten hast.

Achtsamkeit bedeutet nicht nur achtsam zu dir selbst zu sein, sondern auch im Umgang mit der Digitalisierung.

 

Geduld ueben - Digital Detox

Beobachte deine Körperhaltung!

 

Diese Übung kannst du überall und jederzeit durchführen.

Fange damit an, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten.

Atme ruhig und etwas tiefer als gewöhnlich.

Sei dir der Haltung deines Körpers bewusst, ob du gehst, stehst, liegst oder sitzt.

Sei dir auch über den Zweck deiner Körperhaltung im Klaren.

Wenn du z.B. auf einem grünen Hügel stehst, dann weißt du, du willst dich ein wenig erholen, den Atem betrachten oder einfach eine Weile dort stehen.

Wenn es keinen bestimmten Zweck gibt, dann sei dir dessen bewusst, dass es ohne Zweck geschieht.

 

Geduld ueben - Koerperhaltung

Geduld üben geht auch so: Führe ein Tagebuch

 

Mit einem Tagebuch kannst du alle Augenblicke festhalten, in denen du ganz im Hier und Jetzt warst:

Beim Baden, Spaziergehen oder beim Telefonieren.

Ob als Stichpunkte oder ganzer Text – je öfter du diese Gedanken aufschreibst, desto mehr trainierst du deine Aufmerksamkeit und das Bewusstsein.

Tagebuchführen ist übrigens auch ein tolles Einschlafritual.

Es fördert die Bildung positiver Gedanken.

Vor allem, wenn du dich darauf fokussierst, welche wundervollen Momente es an deinem Tag gab.

 

Geduld ueben - Tagebuch

Erste Hilfe für ungeduldige Eltern

Nicht immer hast du so viel Zeit, dass du eine Achtsamkeitsübung durchführen kannst.

Gerade zu Beginn der Umstellung fällst du das ein oder andere Mal wieder in alte Muster.

Du musst Geduld üben.

Das kommt nicht über Nacht.

Es ist wie mit dem Rauchen.

Wenn du aufhören willst, musst du deine Strategien verändern.

Deine Gewohnheiten.

Nicht anders ist es bei der Geduld.

Suche dir aus folgender Liste erstmal nur eine Strategie aus, die du ausprobierst.

Nur eine, bitte!

  • Zähle langsam bis 10
  • Konzentriere dich eine Weile auf deine Atmung
  • Nimm mindestens drei tiefe Atemzüge
  • Mache eine Dankbarkeitsübung: Formuliere jetzt sofort 3 Dinge, für die du dankbar bist
  • Verlasse kurz den Raum, lüfte deinen Kopf (wenn es das Alter der Kinder zulässt)
  • Stelle dich ans offene Fenster
  • Halte dir ein Kissen vor und schreie laut hinein
  • Teile dich jemandem mit, dem du vertraust und lass dort „Dampf ab“
  • Wenn du es nicht schaffst, beschimpfe das Verhalten, nicht aber das Kind selbst
  • Veranstalte eine Kissenschlacht (täusche im nächsten Schritt vor, ganz schwach zu sein)
  • Schließe einfach deinen Mund und stelle dir vor, du wärst stumm
  • Wenn du kannst, entschuldige dich im Nachhinein bei deinem Kind: „Weißt du, vorhin ging es mir gar nicht gut, deswegen habe ich dich angeschrien. Das wollte ich nicht.“

Was davon wirst du ausprobieren?

Erzähle gerne in den Kommentaren.

Geduld ueben - Atmen

Ein arabisches Sprichwort sagt:

„Geduld ist der Schlüssel zur Freude“.

Lass dich von deinem Kind in dieser schnelllebigen Zeit ein wenig Entschleunigen.

Damit du wieder mehr Freude mit ihm haben kannst.

Denn Zeit mit deinem Kind ist NIE vergeudete Zeit!

Hast du eine Strategie für mehr Geduld mit deinem Kind?

Oder Fragen?

Schreibe es in die Kommentare.

Bestimmt kann ich dir helfen, deinem Ziel ein Stückchen näher zu kommen.

Bleib verbunden,

Deine Jenniffer

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

Wenn du dir endlich ein entspanntes Miteinander wünschst, dann trage dich hier für meinen regelmäßigen Bindungsbrief ein. Als Dank dafür schenke ich dir meine Offenbarung für viele deiner aktuellen Herausforderungen.

Du hast keinen Bock mehr auf Machtkämpfe?

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