Ich will nicht mehr drohen

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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Eigentlich wollte ich das gar nicht mehr tun: Drohen. Ermahnen. Strafen:

„Wenn du jetzt nicht kommst, dann gehe ich ohne dich!“

„Wenn du jetzt nicht tust, was ich sage, darfst du heute Abend nicht die „Maus“ schauen!“

„Wenn du nicht stillsitzen kannst, dann ist das Essen für dich hier beendet!“

„Wenn du nicht dein Zimmer aufräumst, dann komme ich mit einem Sack, und alles, was rumliegt, werfe ich in den Müll!“  

Kennst du?

Willst du nicht mehr?

Drohen und in der Konsequenz Strafen hat sich in der Vergangenheit als zum einen nicht effektiv erwiesen (oder hast du dich als Kind nach einer Strafe ins Gegenteil verwandelt?) und zum anderen geht es definitiv auf Kosten der guten Bindung und Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind.

 

Warum drohen wir überhaupt? Was sind Gründe für Drohungen?

Wichtig ist, zu hinterfragen: Warum drohen wir überhaupt!?

Drohungen benutzen wir, wenn wir nicht mehr weiterkommen, und wollen, dass unser Kind jetzt endlich das tut, was wir von ihm wollen / was wir ihm oder ihr sagen.

Frage dich selbst:

  • Was möchte ich damit erreichen?
  • Was ist das Ziel meines Handelns?
  • Fühle ich mich gerade ohnmächtig oder
  • Habe ich vielleicht Angst, mein Kind tanzt mir auf der Nase herum, wenn ich nicht hart durchgreife?

Weißt du noch, wie du dich als Kind gefühlt hast, wenn deine Eltern dir gedroht, beziehungsweise in der Konsequenz sogar Strafen verhängt haben? Was macht dieses Wissen mit dir und wie verändern sich deine Gedanken, wenn du das reflektierst?

 

Kinder reagieren auf Drohungen mit Angst oder entwickeln eine Mir-doch-egal-Haltung

Kinder glauben alles, was Mama oder Papa sagen. Und sie wollen lieber in freundliche Gesichter blicken, die ihnen zugewandt sind, als in Gesichter, in denen sich gerade die Miene verdunkelt und der Ton harsch wird. Das ist der Grund, warum sie kooperieren. Wir denken dann: unser Drohen funktioniert doch, und machen weiter.

Oft bleiben unsere Drohungen allerdings leere Worthülsen. Folgen gibt es selten. Was denkst du, lernt dein Kind dabei im Laufe der Zeit?

Ältere Kinder stellen schnell fest: Erfahrungsgemäß passiert bei Papa ja eh nichts, wenn er mit seinen „Wenn…dann…“-Sprüchen kommt. Sie entwickeln eine „Mir-doch-egal-Haltung“.

Was tust du, wenn dein inzwischen älter gewordenes Kind provozierend zu dir sagt: „Ja, dann mach doch! Bestraf mich!“

Es steigt aus der Erpressung aus. Der Machtkampf geht weiter. Du könntest ein noch größeres Druckmittel anwenden, das dem Kind noch mehr Angst macht oder wehtut, zum Beispiel: „Wenn du nicht mitkommst, sammelt dich später die Polizei ein.“

Doch mal ehrlich, wo führt das Spielchen hin?! Gibt es einen Moment, in dem dein Kind vollkommen aussteigt und nicht mehr mitmacht? Wann könnte das sein? Und was ist im Laufe der Jahre mit eurer Beziehung passiert?

 

Natürlicherweise wollen Kinder kooperieren

Was, wenn ich dir sage, dass Kinder kooperieren wollen?!

Wir Menschen werden tatsächlich mit dem Instinkt geboren, freiwillig kooperieren zu wollen. Drohen und in der Konsequenz Strafen vermindern das natürliche Bedürfnis nach Kooperation, da das Kind lernt: „Es wird offenbar davon ausgegangen, dass ich nicht freiwillig kooperiere“, also stellt es sich darauf ein, dass von außen eine „Macht“ entscheidet, dem Kind Schaden oder Glück zuzufügen.

 

Kann ich eine Strafe zurücknehmen?

Viele Eltern glauben, wenn sie einmal eine Strafe ausgesprochen haben, können sie sie nicht zurücknehmen, ihre Meinung nicht revidieren. Man könnte ja unglaubwürdig erscheinen, wenn man jetzt einlenkt, nach dem Motto: „Hab´s mir anders überlegt. Komm wieder raus aus deinem Zimmer“.

Ich möchte dir ein paar Fragen stellen, deren Antworten nur du alleine kennst, denn du kennst dein Kind und natürlich dich selbst am besten.

  • Was würde passieren, wenn du die Strafe zurücknimmst?
  • Wovor hast du Angst, was dann passieren könnte?
  • Was sind deine Sorgen?

Gedankenspiel: Was würde geschehen, wenn du deinem Kind sagst: „Ach, Mensch, ich habe vorhin überreagiert, da war plötzlich so viel Wut in mir, die rausgebrochen ist. Ich wollte das nicht sagen / nicht tun und möchte mich bei dir entschuldigen.“

Was glaubst du, macht das mit eurer Beziehung kurzfristig und vor allem auf lange Sicht gesehen?

Möchtest du das mal ausprobieren und schauen, was passiert?

 

Alternativen zu Drohen und Strafen und Hilfe zur Umsetzung in deiner Familie

Ich habe eine wundervolle Nachricht für dich! Es gibt Möglichkeiten, wie dein Kind kooperiert, ohne, dass du auf Drohen oder gar Strafen zurückgreifen musst.

Das Zauberwort heißt: „Bindungsspiele“. Diese stärken eure Bindung auf eine spielerische, lustige Art und Weise, die viel Freude und Lachen in euer zu Hause bringen.

 

Du willst dir einen Eindruck von mir verschaffen, ob wir auf einer Wellenlänge sind? Dann schau mal hier.

Ebenfalls empfehlen möchte ich dir das Buch „Kooperative und kompetente Kinder“ von Dr. Aletha Solter.

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