Spielen – Was Kinder wollen!

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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Spielen! Das ist, was Kinder wollen. Spielen ist ein unverzichtbares Bedürfnis, das unbedingt erfüllt werden muss. Denn im Spiel entdecken Kinder die Welt: Sie lernen, sie verarbeiten Gefühle und sie tanken emotional auf.

Spielen ist jedoch nicht gleich spielen. Da gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied.

 

Was ist echtes Spiel?

Der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Gordon Neufeld sagt: „Kinder brauchen freie Bewegung und Handlungsmöglichkeiten in einem unbegrenzten Raum. Echtes Spiel ist das spontane Tun, das nicht gelehrt oder befohlen werden kann.“

Besonders entscheidend ist das echte Spiel in den ersten sechs bis sieben Lebensjahren. Wenn es in dieser Zeit kein Spiel gibt, gibt es entscheidende Störungen in der Verwirklichung des kindlichen Potentials. Das Spiel hat eine grundlegende Rolle in der Entwicklung von jungen Kindern. Kinder sollten in der Zeit möglichst viel spielen.

Wichtig: Sie brauchen das Gefühl der Verbindung, sonst sind sie nicht mehr frei zu spielen. Wer damit beschäftigt ist, sich zu vergewissern, ob eine vertraute, liebevolle Person in der Nähe ist, die sich um das Kind kümmert, kann nicht vertieft ins Spiel finden. Nur wenn die Bindung und der Heimathafen da sind, gehen Kinder ins spontane Spiel. Erst jetzt können sie sich ausdrücken und erkunden, und das ist die Art und Weise, wie Kinder lernen. Im echten, freien Spiel findet Wachstum statt, der Geist blüht auf.

Viele Eltern neigen dazu, ihre Freude über etwas neu Erlerntes mit einem Lob zu verstärken. Tatsächlich beeinflusst ein „Toll gemacht“ das Kind, denn es wird dadurch im Prozess des Spiels unterbrochen. Loben sorgt langfristig dafür, dass sich Kinder nicht mehr frei ausdrücken und Dinge nur noch tun, um den Eltern zu gefallen.

 

Der Unterschied zwischen Arbeit und echtem Spiel

Arbeit ist alles, wozu der Körper gezwungen wird. Spiel ist alles, wozu der Körper nicht gezwungen wird. – Mark Twain –

Spiel ist das Gegenteil von Arbeit.

Vorschulkinder suchen vor allem eines: Spaß und Freude. Der Schwerpunkt im Spiel liegt im Tun, die Motivation liegt im Tun, der Spaß liegt im Tun.

Bei der „Arbeit“ liegen Schwerpunkt, Motivation und Spaß immer im Ergebnis!

Beispiel: „Wenn du deine Erbsen isst, wirst du groß und stark“.

Dabei geht es um das Ergebnis, also ist es Arbeit. Für ein Vorschulkind macht das keinen Sinn und hat nichts mit Freude und Spaß zu tun.

Beispiel: „Räume dein Zimmer auf, dann kannst du spielen gehen“.

Das ist Arbeit, denn es geht um das Ergebnis. Vorschulkinder suchen jedoch nach Spaß und Freude.

 

Warum Kinder das Spielen brauchen

Im Spiel finden Kinder ihr wahres Selbst und lernen, es auszudrücken.

Die Vorschulzeit ist keine Zeit für Unterweisungen. Erst im Spiel entwickelt sich das Gehirn, das dann bereit ist, Unterweisungen aufzunehmen und Probleme zu lösen. Am besten funktioniert das Gehirnwachstum, wenn das Kind sich sicher sein kann, dass vertraute Menschen in der Nähe sind, an die sie gebunden sind.

Kinder brauchen das freie Spiel für ihre seelische Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Und sie brauchen es, um ihre Kreativität zu fördern. Druck führt zu Leistung, aber nicht zu Kreativität. Druck ist das Prinzip von „Arbeit“.

 

Kinder müssen nicht unterhalten werden! Echtes freies Spiel kommt von selbst

Wir müssen nichts vorgeben. Wir müssen sie nicht unterhalten. Wichtig ist, genug Freiheit von Bildschirmen und Anregungen einzuräumen, denn die stören das freie Spiel.

Halte alles, was dem Prinzip der „Arbeit“ entspricht, von deinem Kind fern. Frühes Arbeiten und Lernen von Fähigkeiten braucht es nicht. Es braucht keine Unterweisungen und keine Beschulung, wie das Erlernen des A, B, C oder 1, 2, 3.

Es ist also wichtig, dass alles auf „Spiel“ basiert. Wir sollten alles, was unser Kind tun „soll“ mit Spaß anreichern, z.B. Lernen, Hygiene, Pflichten, Essen, Mithilfe, Aufgaben, Sport…

An dieser Stelle möchte ich die Bindungsspiele von Dr. Aletha Solter erwähnen. Sie sind ein wunderbares Tool, um in den ersten Jahren spielerisch die Kooperation deines Kindes zu fördern und gleichzeitig Spaß und Freude zu haben, denn bei Bindungsspielen liegt die Motivation im Tun und nicht im Ergebnis.

Einen ganzen Videokurs – 40 Videoeinheiten – mit Theorie und ganz viel Praxisbeispielen und Ideen bekommst du in deinem bindungsorientierten Mitgliederbereich.

 

Ein liebevolles zuhause ist viel wert

„Wenn das Zuhause Bedingungen bieten kann, die echtes Spiel fördern, ist das weitaus geeigneter für das Vorschulkind als Kindergarten oder Schule, wo Trennungsstress hinzukommen kann und / oder verletzende Interaktionen mit Gleichaltrigen, und wo die Gefahr der Gleichaltrigenorientierung besteht.“ – Prof. Dr. Gordon Neufeld

Wichtig ist: Dein Kind muss sich wie zu Hause fühlen, wenn es schon nicht zu Hause ist. Die Bezugsperson muss mit deinem Kind in Kontakt sein, in Verbindung stehen, in seiner Nähe sein. Wenn es sich wie zu Hause fühlt, kann es kreativ sein und echtes Spiel ist möglich. Wenn es sich nicht wohlfühlt, ist echtes Spiel nicht möglich.

 

Unterstützung und Anleitung für bedürfnisorientierte Erziehung

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