Von Kindern lernen

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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Von Kindern lernen – geht das überhaupt? Sie sind klein, haben noch keine Erfahrungen, brauchen Begleitung bei allem… Aber glaubst du, dass Kinder ausschließlich von uns lernen? Was wäre, wenn ich dir sage, dass wir tatsächlich auch eine ganze Menge von Kindern lernen können?

Ich habe für dich 5 Dinge, die dein Kind dich lehrt, zusammengetragen.

 

Kinder geben niemals auf! Nimm dir ein Beispiel daran!

Wenn Kinder laufen lernen, fallen sie unentwegt hin. Ich habe bei unseren Söhnen nicht ein Mal erlebt, dass sie frustriert sind, darüber weinen oder ihren Kopf in den Sand stecken, nach dem Motto: „Ich schaffe das eh nicht, dann lass ich es halt“. Nein. Kinder stehen immer wieder auf. So, als wäre es gar nicht passiert geht’s voller Motivation und Freude weiter.

Wann ist es dir das letzte Mal so ergangen, dass du sinnbildlich immer wieder gefallen bist und aufstehen musstest? Bist du dann aufgestanden oder, Hand aufs Herz, hast dich entschieden, es einfach sein zu lassen?

Wie wäre stattdessen die Adaption des kindlichen Optimismus: Nimm dir ein Beispiel an deinem Kind und steh auf! Mach weiter!

 

Kinder leben immer im Moment! Tu es auch!

Für Kinder ist das Jetzt wichtig. Sie denken nicht an morgen. Nicht mal an die nächsten paar Minuten. Sie planen nicht. Sie sind. Sie denken nicht darüber nach, was die Konsequenzen ihres Handelns sein könnten. Oder ob sie sich „zum Affen machen“ oder hysterisch sind.

Unsere Kleinen kennen noch keine „inneren Konflikte“. Sie nehmen nur ein Gefühl zur Zeit wahr. Alle anderen, gegensätzlichen Gefühle, werden einfach ausgeblendet.

Und warum hat die Natur das so eingerichtet?

Damit unser Kind die vordergründige Emotion leichter wahrnehmen kann. Empfindungen, die in diesem Augenblick verwirrend sind, bleiben komplett außen vor. Es sind demnach viele Gefühle da, aber nur eins wird wahrgenommen. Sie können also nur im HIER und JETZT leben.

Das haben die meisten von uns im Laufe ihres Erwachsenenlebens gänzlich verlernt. Doch genau das können wir von Kindern lernen.

Warum springen wir nicht mal wieder in einer Pfütze herum und freuen uns darüber? Ohne abzuwägen: Wenn ich jetzt in die Pfütze springe, spritzt das Wasser, ich werde nass und mir wird kalt sein, und ich muss nach Hause und mich umziehen, bevor ich krank werde…..

Kleine Kinder haben in diesem Punkt den großen Vorteil, dass sie noch kein „entweder, oder“ kennen. Wir leider schon. Statt „Nein“ zu sagen überrasche das nächste Mal dein Kind und spring mit ihr gemeinsam in die Pfütze.

 

Kinder sind fähig zu echter Liebe! Erfahre und genieße sie!

Dadurch, dass dein kleines Kind gegensätzliche Gefühle (entweder, oder) noch nicht kennt, ist es auch nicht in der Lage, dir etwas vorzuspielen, zu heucheln, und Gefühle vorzugeben, die eigentlich ganz anders sind.

Kennst du das auch: In einem Moment verkauft dich dein Kind, im nächsten bist du sein absoluter Lieblingsmensch? Kinder denken nicht darüber nach, welche Gefühle du dabei hast, ob es dich eventuell verletzen könnte. Deswegen ist es auch so wichtig, dass du diese akute Ablehnung nicht persönlich nimmst.

Umso schöner sind die Momente, in denen dich dein Kind mit all seiner Liebe und seinem Wohlwollen überschüttet. Und das ist 100 % ehrlich.

Also, was können wir hier von Kindern lernen?

Lasse wieder mehr echte Gefühle zu! Sehe beispielsweise deinen Partner an, nehme deine Gefühle wahr und teile sie ihm mit: Authentisch, ehrlich, liebevoll. Und schalte das kleine Teufelchen, das auf der anderen Schulter sitzt, aus, das sagt: „Aber eigentlich hat er es gar nicht verdient, dass ich ihm jetzt etwas Liebes sage, denn er war heute auch nicht besonders nett zu mir“….

Wir Erwachsenen haben durch unsere Erfahrungen gelernt, in bestimmten, verletzenden Situationen eine Maske zu tragen. Aus Angst vor Verletzungen panzern und schützen wir uns gegenüber Fremden. Aber nicht nur. Leider auch oft gegenüber den Menschen, denen wir am nächsten stehen. Denn das sind auch die Menschen, die uns am meisten verletzen können, da wir sie nah an uns ranlassen.

Konzentrieren wir uns wieder mehr auf die Dinge, für die wir dankbar sind, so liegt der Fokus auf dem Positiven, nicht auf dem Negativen. Und die echte Liebe kann wieder blühen. DAS ist, was wir von Kindern lernen können.

 

Liebe

 

Kinder sind begeisterungsfähig! Lass dich anstecken!

Unser Sohn Emil war auf meinem Arm, sein Blick fiel über meine Schulter nach hinten. Plötzlich quietschte er, gab laute Freudenschreie von sich und rief fast ekstatisch: „da, da, da“. Ein Blick über meine Schulter verriet mir, dass er in der Schale auf dem Schränkchen eine Tomate entdeckt hatte, die er unbedingt haben wollte.

Ich weiß nicht, wann ich zuletzt wegen einer Tomate (oder irgendetwas anderem) derart begeistert war.

Aber warum eigentlich nicht? Wenn du das nächste Mal etwas wirklich haben willst, dann zelebriere den Moment, in dem du dir diesen Wunsch erfüllst. Und sei es nur eine Tomate.

Im Übrigen: Hast du schon einmal wahrgenommen, dass Begeisterungsfähigkeit auch ansteckt?

Jeder kennt die folgende Situation: Man will „nur mal schnell“ den Müll rausbringen und nimmt rasch das Kind mit. Eine Sache, die eigentlich in ein paar Minuten erledigt ist, kann mit Kind schon mal ein wenig bis ziemlich viel länger dauern. Je nachdem, wo die Mülltonnen stehen. Auf dem Weg gibt es ja so viel zu entdecken: Der Gullideckel, der haarklein untersucht wird, die Kieselsteine am Straßenrand, die Grashalme, die abgezupft werden müssen…. Und dann fährt da noch der Postbote auf dem Fahrrad vorbei, der auch noch bei uns anhält um Post in unseren Briefkasten zu werfen.

Nun haben wir zwei Möglichkeiten:

Erstens: Wir drängen unser Kind, weiterzugehen und sind genervt.

Oder zweitens: Wir nehmen die Geschwindigkeit raus und erfreuen, ja, begeistern uns ebenso für die kleinen Dinge im Leben. Wir haben die einzigartige Chance, die Welt wieder völlig neu zu entdecken, durch die Brille der Kinder. So können wir von Kindern lernen.

 

Kinder sind bedingungslos! Was für ein Geschenk!

„Wenn du das oder das machst, dann habe ich dich lieb“.

„Und wenn du das so und so machst, dann mag ich dich nicht mehr“.

Vielleicht kennst du diese Sätze auch?

Dein Kind denkt so nicht. Es sieht dich an und liebt dich, bedingungslos. Es achtet nicht auf deine lange Nase, die unreine Haut, die Kilos, die du zu viel auf die Waage bringst. Ob du arbeitslos oder Hochschulprofessorin bist ist deinem Kind völlig egal. Sogar Fehler werden großzügig von deinem Kind vergeben. Du bist die schönste, klügste und tollste Mami auf der ganzen Welt, für dein Kind. Es liebt dich bedingungslos. Ohne Wenn und Aber. Was für ein Geschenk das ist!

Geben wir unseren Kindern das wieder, was sie uns schenken: Reine, pure Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft ist.

„Ich habe dich lieb, genau, wie du bist!“

Das ist es, was Kinder hören müssen!

Und das ist auch, was du deinem inneren Kind mal wieder sagen könntest!

Und was kannst du von Kindern lernen?

 

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