Wie du dein Schreibaby verstehen lernst

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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„Schreibaby“ – ich mag das Wort nicht. Vielleicht, weil es mich triggert. Denn ich war ein sogenanntes Schreibaby. Meine Mutter erzählte diese Geschichte immer wieder, wenn es auf das Thema kam. Ich brüllte und brüllte und war durch nichts und niemanden zu beruhigen.

Dass Babys viel weinen ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Es gibt allerlei Gründe dafür, wenn ein Baby weint. Wichtig ist: Wenn du nur den leisesten Anschein siehst, dass das Weinen deines Babys auf körperliche Beschwerden (z.B. Milchallergie, Verspannungen, sonstige Schmerzen) hindeuten kann, lasse es zunächst von eurem Kinderarzt oder einer Person, der du vertraust, abklären!

Was wir wissen: Babys weinen, wenn sie Kummer haben, wenn sie hungrig sind, wenn die Windel voll ist, wenn ihm oder ihr zu heiß oder zu kalt ist, wenn es sich erschreckt oder Angst hat, wenn es Schmerzen hat, wenn es getragen werden oder Nähe spüren möchte, wenn es ihm an Aufmerksamkeit fehlt, wenn zu viele Eindrücke auf es einprasseln, also es reizüberflutet ist, und ähnliche Gründe.  

 

Warum weint mein Baby, auch wenn ich all seine Bedürfnisse befriedigt habe?

Es gibt genau zwei Gründe für das Weinen von Babys.

Erstens: Kommunikation

Dein Baby braucht etwas: Nähe, Aufmerksamkeit, eine frische Windel, Wärme, Nahrung, Anregung…

Deine Aufgabe ist es, diese Bedürfnisse zeitnah und präzise zu befriedigen. Das stärkt das Urvertrauen deines Babys.

Zweitens: Heilung

Dein Baby hat etwas Stressvolles erlebt: Seelische Schmerzen, Kummer, zu viele Eindrücke, Schreck / Angst oder traumatische Erlebnisse, wie zum Beispiel die Geburt.

Deine Aufgabe ist es, dein Kind liebevoll zu halten, während es sich durch das von dir in liebevoller Annahme begleitete Weinen von seinem Stress entlastet.

Wenn du ein „Schreibaby“ hast, überlege zusätzlich: Wo hat mein Kind Stress und wie kann ich diesen Stress reduzieren?

 

„Die Annahme, Babys weinen immer durch ein unmittelbares Bedürfnis oder Unbehagen ist falsch. Weinen kann auch als wichtiger Entspannungsmechanismus dienen, das heißt, eine Möglichkeit sein, um Spannungen abzubauen, die auf ein früheres Trauma oder angesammelten Stress zurückgehen.“ – Dr. Aletha Solter

 

 

 

Wie verhalte ich mich, wenn mein Baby weint?

Viele Eltern eines „Schreibabys“ fühlen sich ohnmächtig. Wichtig: Wenn du dir unsicher bist, ob das Weinen körperliche Ursachen hat, konsultiere bitte den Arzt deines Vertrauens. Gehe auch zum Arzt, wenn das Weinen ungewöhnlich klingt, es ungewöhnlich heftig ist, oder dein Baby in hoher Stimmlage weint. Kurzum: Wenn irgendetwas anders ist als sonst und du dich unsicher fühlst.

Wenn dein Baby grundsätzlich gesund ist, alle unmittelbaren Bedürfnisse erfüllt sind, körperliche Krankheiten, sowie Schmerzen oder andere Beschwerden ausgeschlossen sind, kannst du davon ausgehen, dass dein Baby Spannungen abbauen muss, die auf früheren Verletzungen beruhen.

Halte dein Baby und schenke ihm deine Liebe, dein Mitgefühl und deinen Trost. Diese Haltung hat nichts damit zu tun, dein Baby „weinen zu lassen“. Bitte lass dein Baby am besten niemals alleine.

 

Drei Gründe, warum du dein Baby niemals beim Weinen alleine lassen solltest

  1. Babys haben ein großes Bedürfnis, gehalten und berührt zu werden. Das mag sogar vielleicht in diesem Moment das Problem sein, dass dein „Schreibaby“ das Bedürfnis nach Körperkontakt hatte und aufhört zu weinen. Falls es weiterweint: Versuche herauszufinden, was es braucht. Und falls es Spannungen abbauen muss, unterstütze es beim Weinen.
  1. Babys brauchen die Anwesenheit eines anderen Menschen, um Spannungen wirkungsvoll abbauen zu können. Deine Gegenwart bietet deinem Kind die notwendige emotionale Sicherheit, die Voraussetzung dafür ist, dass es auf einer tiefen Ebene Heilung findet.
  1. Babys müssen wissen, dass wir sie IMMER schätzen und akzeptieren, ganz gleich, wie sie sich fühlen oder was sie tun. Ganz besonders „Schreibabys“ benötigen diese Bestätigung.

 

Deine eigene Einstellung ist wichtig. Wenn du dein Baby hältst, dabei aber Gefühle wie Ärger, Zorn oder der Wunsch, das Baby bestrafen zu wollen hochkommen, kann dein Baby sich nicht entlasten.

Wenn dein Baby älter wird, und gegebenenfalls nicht mehr gehalten werden möchte, bleibe bei ihm, höre aufmerksam zu, tröste, berühre, wenn möglich und sprich mit ihm oder ihr, beispielsweise: „ich bin bei dir“, „ich höre dich“, „ich sehe, dass du aufgebracht bist“, „ich bleibe bei dir, während du weinst“.

Wie du mit deinem Kind in der „Trotzphase“ (ich nenne sie lieber Autonomiephase) umgehen kannst, dazu gibt es einen eigenen Videokurs in deinem bindungsorientierten Mitgliederbereich.

 

Welche Vorzüge hat es, wenn mein „Schreibaby“ in meinen Armen weinen darf?

Der Körper eines Menschen befreit sich durch die Tränen von Stresshormonen. Wenn Kinder ihren Stress entlasten dürfen, sind sie außerhalb der Weinanfälle meistens ruhig, zufrieden und wach, ohne viel zu quengeln.

Sie schlafen nachts länger durch, auch beugt das Weinen späteren psychischen Problemen vor und frühe Traumata werden geheilt.

Regelmäßig entlastete Kinder lernen aufmerksamer und sind wacher. Kinder hingegen, die unter viel Stress stehen fällt es schwerer, sich zu konzentrieren, klar zu denken und Neues zu lernen.

Insgesamt sind Kinder gesünder, wenn sie regelmäßig liebevoll begleitet weinen dürfen – übrigens gilt das auch für Erwachsene, denn angesammelter Stress ist ein maßgeblicher Faktor für viele Krankheiten.

„Wenn Sie Ihr weinendes Baby halten und ihm erlauben, so lange zu weinen, wie es dies braucht, helfen Sie ihm, noch als Baby von seinem frühen Trauma und Stress zu heilen. Das fördert sowohl seine körperliche und emotionale Gesundheit als auch seine Lernfähigkeit.“ – Dr. Aletha Solter –

Übrigens: Es ist nie zu spät, den Heilungsprozess durch Weinen zu beginnen und so von einem Trauma zu heilen! „Schreibabys“ haben nicht selten eine traumatische Geburt erlebt, selbst, wenn nichts Traumatisches während der Geburt vorgefallen ist, wenn das Baby sehr sensibel ist, wird es sich gegebenenfalls durch stundenlanges schreien von den belastenden Erfahrungen befreien.

 

Mama mit Baby

Deinem Kind kann es nur so gut gehen, wie es dir geht!

Zum Schluss kommen wir noch zu dir. Deinem Baby kann es nur so gut gehen, wie es dir geht. Wenn du gestresst und am Ende deiner Kräfte bist, kannst du deinem Baby nicht zuhören, wie es nötig wäre, damit es sich vollständig über dich von seinem Stress befreien kann. Das heißt, es ist wichtig, dass du auf dich achtest, dass du deine Grenzen wahrnimmst, und zwar lange, bevor dein eigenes Stressgefäß überläuft.

Beobachte dich und gehe aufmerksam und verständnisvoll mit dir um. Sei deine eigene beste Freundin.

Und überlege: Wer fällt dir spontan als Unterstützer ein?

Wobei kannst du deinen Kraftspeicher auftanken? Wo liegen deine Kraftquellen?

Gerne möchte ich dir das Buch „Warum Babys weinen“ von Dr. Aletha Solter ans Herz legen. Dieses Wissen hat vor einigen Jahren mein Leben verändert.

Du kannst nicht mehr und wünschst dir jemanden an deiner Seite? Manchmal ist es einfacher, jemanden zu haben, der sich mit dem Thema auskennt und selbst Erfahrung mit seinen eigenen Kindern gemacht hat. Bei mir war das so. Ich weiß also, wie du dich gerade fühlst. Kontaktiere mich sehr gerne für ein kurzes Kennenlerngespräch, damit wir sehen, ob wir auf einer Wellenlänge sind. Du bist nicht alleine!

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