Wut: Mein Kind rastet ständig aus

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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Wut steigt in meinem Sohn auf: „Ich! will! schnitzen! JETZT! SOFORT!“, brüllt mein Sohn (5) quer durch den Raum.

Wir hatten uns gerade hingesetzt, um zu Mittag zu essen.

Sein voller Teller steht verlassen auf dem Tisch.

Er lehnt an der Couch, macht ein Gesicht, als ob er gleich sein Schnitzmesser nach mir werfen wollen würde, und wartet, wie ich reagiere.

Der Tag war für ihn aufregend, es gab ein paar Situationen, in denen er angespannt oder überfordert war, die ihm Angst machten, das wusste ich.

Nun, zu Hause, in geschütztem Rahmen, umgeben von Menschen, denen er vertraut und bei denen er sich so zeigen kann, wie er ist, brechen diese Ohnmachtsgefühle aus ihm heraus.

Warum du dein Kind nicht auf sein Zimmer schicken solltest

Mein Kind rastet staendig aus

„Früher haben wir dich in solchen Momenten auf dein Zimmer geschickt, damit du dich dort austoben kannst“, höre ich meine Mutter sagen.

Ich antworte knapp: „Ich mach´s anders!“, gehe zu meinem Sohn, und setze ihm eine, wie es Dr. Aletha Solter, Entwicklungspsychologin, nennt: ‚liebevolle Grenze‘:

„Nein, Schatz, ich möchte, dass wir jetzt am Tisch sitzen und essen“.

Warum tue ich das?

Weil für mich die Situation glasklar ist:

Hier geht es nicht ums Schnitzen.

Hier geht es auch nicht um das Wachsgießen, das er noch vor fünf Minuten unbedingt auspacken wollte.

Es geht darum, dass er sich Situationen sucht, von denen er genau weiß:

Da hat Mama eine Grenze.

Da wird sie ziemlich sicher „nein“ sagen.

Die Wut, die ihn gerade innerlich auffrisst, die in ihm brodelt wie ein Vulkan.

Der berühmte Tropfen, der das Glas zum Überlaufen bringt, wird vom Kind herbeigeführt, indem es diese Grenze absichtlich überschreitet.

Es will das „nein“ hören, damit die heilsamen Tränen fließen können.

Indem du deinem Kind das Gefühl gibst: ‚Ich bin da – und du darfst diese Gefühle jetzt ausleben – in meiner liebevollen Annahme und Begleitung‘, weiß dein Kind, dass es in seiner Wut und in seiner Not gesehen und trotzdem geliebt wird.

Setzt du ihm diese liebevolle Grenze, gibst du ihm die Möglichkeit, sich von all seinem Stress zu entlasten.

Das bedeutet Heilung für die Kinder.

Wer das weiß, schluckt den Satz „Bei mir zieht diese Tour nicht“ – den er vermutlich in der eigenen Kindheit hören musste – einfach runter!

Die Trotzphase mit 3 – oder früher oder später – ist wahrlich keine einfache Zeit.

Weder für dein Kind, noch für dich.

Hier darfst du dich auch in Geduld üben.

Dein Kind mit Isolation zu bestrafen wird ein weiteres Gefühl bei ihm auslösen, das für seine Entwicklung und für eure Bindung wenig förderlich ist: ANGST!

Mir hilft es, wenn ich mich daran erinnere, wie es mir ging, als ich alleine auf dem Zimmer saß wegen Zimmerarrest.

Wie ich mich damals gefühlt habe.

Die damit verbundene Angst erspare ich meinen Kindern. 

Anzeichen für Wutanfälle

 

JETZT! SOFORT! Sind übrigens zwei Wörter, die dich (in diesem Zusammenhang) schlagartig hellhörig machen sollten.

Passiert das bei euch öfter?

Überprüfe, wie stressig der Alltag für dein Kind ist.

  • In welchen Situationen fühlt sich dein Kind ohnmächtig?
  • Hat dein Kind genug Zeit mit Mutter und Vater?
  • Hat es seelischen Stress oder gibt es häufige Streitigkeiten in der Familie?
  • Ist dein Kind reizüberflutet?
  • Hat es Kummer oder ist es über irgendetwas stark frustriert?
  • Gibt es gar ein Trauma, das belastet? (Trennung der Eltern, Geburtstrauma, Geburt eines Geschwisterkindes…)


So, nun weißt du, dass dein Kind nicht wegen, aus Erwachsenen-Sicht, irgendwelcher belanglosen Dinge wütet, oder seinen Willen mit aller Macht durchsetzen möchte, sondern dass das die natürliche Form der Heilung für dein Kind ist.

Übrigens:

Bei Wut, Aggressionen etc. helfen auch sehr gut die Bindungsspiele nach Dr. Aletha Solter. 

Denn auch ein von Herzen kommendes Lachen befreit von innerer Anspannung und Stress.

Wie der gesellschaftliche Druck deine Gesundheit beeinflusst

 

Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass negative Gefühle wie Weinen und Wüten  in unserer Gesellschaft sehr verpönt sind.

Viele Eltern kommen mit den starken Gefühlen ihres Kindes nicht zurecht, was oft daran liegt, dass sie selbst in ihrer Kindheit diese starken Gefühle nicht ausleben durften.

Das heißt, sie werden getriggert durch den Wutanfall ihres Kindes und die eigene Verletzlichkeit zeigt sich.

Da Gefühle als Schwäche angesehen werden, unterdrückt der Erwachsene sie, was dazu führt, dass sich die nicht geweinten Tränen irgendwann auf der körperlichen Ebene ausdrücken – die Seele macht sich bemerkbar, egal wie.

Manche Psychotherapeuten verordnen ihren Patienten „einmal die Woche weinen“.

Probier es selbst aus: Wenn es dir nicht gut geht, versuche, in die Tränen zu finden und beobachte, wie du dich im Anschluss fühlst.

Tränen spülen Stresshormone aus dem Körper – das ist bei Kindern so, aber auch bei Erwachsenen.

Hilfe und Beratung: bedürfnisorientierte Erziehung

 

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Oder du möchtest als Teil einer Gruppe an einem meiner Online-Seminare teilnehmen? Wir freuen uns auf dich!

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Weiterführende Literatur (Affiliate Links):

Auch kleine Kinder haben großen Kummer“ – Dr. Aletha Solter

Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ – Dr. Aletha Solter

Kooperative und kompetente Kinder“ – Dr. Aletha Solter

 

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