Wut: Mein Kind rastet ständig aus

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

Erhalte nicht nur die 11-seitige Sammlung „Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind“ (Zähne putzen, Aggression, teilen, mangelnde Kooperation, aufräumen, anziehen) von mir, sondern darüber hinaus regelmäßig konkrete Tipps für euren Alltag, Impulse für gestresste Eltern, Ankündigungen für deine persönliche Weiterbildung und mehr!

Wut steigt in meinem Sohn auf: „Ich! will! schnitzen! JETZT! SOFORT!“, brüllt mein Sohn (5) quer durch den Raum. Wir hatten uns gerade hingesetzt, um zu Mittag zu essen. Sein voller Teller steht verlassen auf dem Tisch. Er lehnt an der Couch, machte ein Gesicht, als ob er gleich sein Schnitzmesser nach mir werfen wollen würde, und wartet, wie ich reagiere.

Der Tag war für ihn aufregend, es gab ein paar Situationen, in denen er angespannt oder überfordert war, die ihm Angst machten, das wusste ich.

Nun, zu Hause, in geschütztem Rahmen, umgeben von Menschen, denen er vertraut und bei denen er sich so zeigen kann, wie er ist, brachen diese Ohnmachtsgefühle aus ihm heraus.

Warum du dein Kind nicht auf sein Zimmer schicken solltest

„Früher haben wir dich in solchen Momenten auf dein Zimmer geschickt, damit du dich dort austoben kannst“, höre ich meine Mutter sagen. Ich antwortet knapp: „Ich mach´s anders!“, gehe zu meinem Sohn, und setze ihm eine, wie es Dr. Aletha Solter, Entwicklungspsychologin, nennt: ‚liebevolle Grenze‘: „Nein, Schatz, ich möchte, dass wir jetzt am Tisch sitzen und essen“.

Warum tat ich das?

Weil für mich die Situation glasklar war: Hier ging es nicht ums Schnitzen. Hier ging es auch nicht um das Wachsgießen, das er noch vor fünf Minuten unbedingt auspacken wollte. Hier ging es darum, dass er sich Situationen sucht, von denen er genau weiß: Mama wird ’nein‘ sagen, damit er endlich all seine Wut rauslassen kann. Die, die ihn gerade innerlich auffrisst, die in ihm brodelt wie ein Vulkan.

Der berühmte Tropfen, der das Glas zum Überlaufen bringt, wird vom Kind herbeigeführt, initiiert. Indem du deinem Kind das Gefühl gibst: ‚Ich bin da – und du darfst diese Gefühle jetzt ausleben‘, weiß dein Kind, dass es in seiner Wut und in seiner Not gesehen und trotzdem geliebt wird.

Indem du ihm diese liebevolle Grenze setzt, gibst du ihm die Möglichkeit, sich von all seinem Stress zu entlasten. Das bedeutet Heilung für die Kinder.

Wer das weiß, schluckt den Satz „Bei mir zieht diese Tour nicht“ – den er vermutlich in der eigenen Kindheit hören musste – einfach runter!

Anzeichen für Wutanfälle

JETZT! SOFORT! Sind übrigens zwei Wörter, die dich (in diesem Zusammenhang) schlagartig hellhörig machen sollten.

Passiert das bei euch öfter? Überprüfe, wie stressig der Alltag für dein Kind ist.

  • In welchen Situationen fühlt sich dein Kind ohnmächtig?
  • Hat dein Kind genug Zeit mit Mutter und Vater?
  • Hat es seelischen Stress oder gibt es häufige Streitigkeiten in der Familie?
  • Ist dein Kind reizüberflutet?
  • Hat es Kummer oder ist es über irgendetwas stark frustriert?
  • Gibt es gar ein Trauma, das belastet? (Trennung der Eltern, Geburtstrauma, Geburt eines Geschwisterkindes…)

So, nun weißt du, dass dein Kind nicht wegen, aus Erwachsenen-Sicht, irgendwelcher belanglosen Dinge wütet, oder seinen Willen mit aller Macht durchsetzen möchte, sondern dass das die natürliche Form der Heilung für dein Kind ist.

Übrigens: Bei Wut, Aggressionen etc. helfen auch sehr gut die Bindungsspiele nach Dr. Aletha Solter, siehe hier und hier meine Artikel dazu.

Hilfe und Beratung: bedürfnisorientierte Erziehung

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Oder du möchtest als Teil einer Gruppe an einem meiner Workshops teilnehmen, dann bist du hier richtig.

Weiterführende Literatur (Affiliate Links):

Auch kleine Kinder haben großen Kummer“ – Dr. Aletha Solter

Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ – Dr. Aletha Solter

Kooperative und kompetente Kinder“ – Dr. Aletha Solter

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Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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