Geschwisterstreit

Geschwisterstreit: Bekomme kein weiteres Kind, wenn du das nicht verstanden hast

Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

Erhalte nicht nur die 11-seitige Sammlung „Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind“ (Zähne putzen, Aggression, teilen, mangelnde Kooperation, aufräumen, anziehen) von mir, sondern darüber hinaus regelmäßig konkrete Tipps für euren Alltag, Impulse für gestresste Eltern, Ankündigungen für deine persönliche Weiterbildung und mehr!

Mara kommt als absolutes Wunschkind zur Welt.

Auf sie hat man so lange gewartet.

Endlich ist sie da!

An Geschwister oder gar Geschwisterstreit denkt keiner in dem Moment.

Die ganze Welt von Mama und Papa dreht sich einzig und ausschließlich nur noch um Mara.

Sie wird umsorgt, behütet und gestillt, bespielt, getragen und geschaukelt, besungen und gewippt.

Immer ist jemand für sie da, den sie kennt und der sie liebt:

Mama oder Papa, Oma oder Opa und auch Tante Gudrun.

Und dann plötzlich ist alles anders.

Zwar ist Mara schon 3 Jahre alt, aber Mama benimmt sich auf einmal ganz komisch, das entgeht auch Mara nicht.

Mamas Bauch wird immer dicker und sie hat gar nicht mehr so viel Zeit für Mara.

Immer liegt sie auf der Couch und muss sich ausruhen.

Oft spielt Mara jetzt alleine.

Oma hat ihr erzählt, dass „wir“ bald ein Baby bekommen und dass Mara dann mit dem Baby spielen kann.

Doch als „das Baby“ endlich da ist, liegt es nur rum oder schreit ganz viel.

Das hat sich Mara irgendwie ganz anders vorgestellt.

Mama ist jetzt nur noch am Stillen und wenn nicht Mama sich um das Baby kümmert, dann ist Papa zur Stelle.

„Und ich?“, denkt sich Mara traurig.

Statt dass Mama und Papa wenigstens in der Zeit, die sie überhaupt noch für sie haben, nett sind, wird auch noch mit Mara geschimpft:

Sie solle das Baby nicht so grob anfassen und sowas.

Dabei wollte Mara das Baby doch nur streicheln und es auch mal liebhalten.

 

So geht es vielen Erstgeborenen.

Die Geburt eines zweiten oder weiteren Kindes wirbelt die Familie noch einmal komplett auf.

Jeder muss seinen neuen Platz in der Familie finden.

 

trauriges Maedchen

Ein Geschwisterchen wird geboren

Die Geburt eines Geschwisterchens ist meist für alle ein freudiges Ereignis.

Außer vielleicht für das Erstgeborene.

Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ändert sich die Familiendynamik radikal, ganz besonders beim ersten Mal.

Die Geburt eines Geschwisterchens kann zu den stressreichsten Erfahrungen im Leben eines Kindes gehören.

Du kannst das große Kind noch so gut vorbereiten:

Die Realität eines Babys in der Familie kann für das große Kind belastend oder sogar traumatisch sein.

Ein 18 Monate altes Kind ist selbst noch ein Baby.

Und auch ein 2-jähriges Kind hängt noch sehr von der Bindung zur Mutter ab.

Ein Kind mit 18 Monaten hat noch kein bewusstes Gedächtnis.

Es hat unbewusst, aber tief im Körper abgespeichert, wie es war, Mamas Schoß oder Papas Arm ganz für sich zu haben.

Und wie es sich anfühlt, das zu verlieren.

Wir müssen damit rechnen, dass das „große“ Kind bei der Geburt eines Geschwisterchens in existenzielle Not gerät.

Und dass es sich so verhält, eben weil es auch noch „klein“ ist.

Aber genauso, wenn der oder die Erstgeborene schon älter ist, ist die sogenannte „Entthronung“ schwer.

Da kann es schon zum ersten Geschwisterstreit kommen.

Ich habe mal gelesen:

Wenn ein Geschwisterchen kommt, ist das, als wenn dir dein Mann mitteilt:

„Das ist die Renate. Renate wohnt jetzt bei uns und schläft auch mit in unserem Ehebett.“

Geschwisterstreit - Ehebruch

Spielerische Lösungen zur Unterstützung des Umbruchs

Das Wichtigste zuerst:

Lass dein großes Kind (alle Kinder!) immer spüren, dass ihm deine Liebe gewiss ist!

Eine Möglichkeit dafür sind Bindungsspiele.

Die folgenden sollen dir helfen, die Zeit nach der Geburt des Geschwisterchens für das größere Kind einfacher zu machen.

Empfehlenswert ist es, diese Spiele nach der Geburt des Geschwisterchens einmal am Tag einzuplanen.

Durch die Spielzeit fühlt sich dein Kind wertgeschätzt, gesehen und verstanden.

Eifersucht auf das Geschwisterkind nimmt ab oder kommt gar nicht (mehr) vor.

Ideal, um Geschwisterstreit gar nicht erst hochkochen zu lassen.

 

 

Spielerische Unterstützung:

 

Nicht-direktives, kindzentriertes Spiel

Klingt schwieriger, als es ist!
 

Du schenkst deinem Kind deine volle Aufmerksamkeit in einem 1:1-Setting.

Ungestört, kein Handy, keine Geschwisterkinder.

Lass dein Kind wählen, womit es spielen möchte und greife nicht ins Spiel ein, es sei denn, dein Kind fordert dich dazu auf.

Dein Kind übernimmt die Führung.

Du schenkst ihm so viel Aufmerksammkeit und Zeit, wie du  hast.

Je mehr sich dein Kind von dir gesehen fühlt, desto weniger Geschwisterstreit wird es geben.

Weil es keinen Grund mehr für Eifersucht gibt.

Mama / Papa sind ja da, auch wenn da jetzt noch ein Krümel ist.

 

Symbolspiel 

Hier übernimmst du die Führung:

Du stellst anhand von mehreren Kuscheltieren oder einer Bärenfamilie eure Familie dar.

Beginne das Spiel, indem das Bärenbaby weint und schau, wie dein Kind reagiert.

Gehe mit im Spielverlauf.

Auf diese Weise kommen Situationen hoch, die dein Kind stressen.

Versuche, dein Kind in dem Spiel zum Lachen zu bringen, damit es sich von der inneren Anspannung befreien kann.

Folge dem Lachen! Dann ist kein Platz für Geschwisterstreit.


Machtumkehrspiele

Diese Spiele haben sich bewährt, wenn das größere Kind dem kleinen Geschwisterchen gegenüber handgreiflich wird.

Oder sich die Aggression gegen Mama oder Papa richtet.

Animiere dein großes Kind dazu, Mama oder Papa statt des kleinen Bruders / der kleinen Schwester zu schubsen.

Nimm ein Kissen vor deinen Bauch:

Dein Kind rennt jetzt dagegen und deine Aufgabe ist es, vorzugeben, besonders schwach zu sein.

 

Regressionsspiele

Viele Kinder beginnen damit eigeninitiiert.

Sie fangen an, sich wieder wie ein Baby zu verhalten:

Fallen z.B. zurück in die Babysprache.

Gehe darauf ein, umsorge dein „Baby“, schenke ihm all deine Liebe und Zuwendung in einer Phase des Umbruchs, in der es sich verwirrt, verängstigt oder ungeliebt fühlt.

 

Nonsensspiel

Die Eltern wetteifern miteinander, wer mit dem Kind spielen darf (ideal für Kinder ab 4 Jahren).

Sicherlich wird das Kind lachen.

Das Lachen führt zum Abbau der inneren Anspannungen und ist heilsam.

Ein optimales Ende des „Streitgesprächs“ ist es, wenn beide Eltern kooperativ mit dem Kind spielen, z.B., indem sie eine Decke nehmen, jeweils zwei Zipfel fassen und das Kind wie in einer Hängematte schaukeln (und ggf. dazu singen).

 

Dem Baby die Stimme leihen

Bewährt hat sich in unserem Alltag auch, dass du deinem Baby die Stimme leihst.

Beispiel:

Das kleinere Kind haut das größere.

Das große Kind ist sauer.

Verständlicherweise.

Du leihst dem Kleinen deine verstellte Stimme:

„Ich wollte das nicht. Eigentlich wollte ich „hallo“ sagen und fragen, ob du mit mir spielst.“

Schau, wie dein großes Kind reagiert.

Was passiert mit dem Geschwisterstreit von eben?

freies Spiel

Geschwisterstreit - aber die Eifersucht ist doch total unbegründet

Dein Kind empfindet das aber offensichtlich anders.

Also:

Hintergrund für Geschwisterstreit kann Eifersucht sein.

Eifersucht kann sich unmittelbar nach der Geburt einstellen oder erst später greifbare Formen annehmen, wenn das jüngere Kind das ältere beim Spielen stört oder ein Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit der Eltern entbrennt.

Es herrscht eine Ambivalenz in der Geschwisterbeziehung:

Das Hin und Her zwischen Streit und Eifersucht, und Zuneigung und Liebe – immer im Wechsel.

Wichtig zu wissen:

Es gibt eine ganz tiefe Liebe zwischen Geschwistern, ganz anders als zwischen Mann und Frau oder Eltern und Kindern.

Diese Liebe der Geschwister ist immer da, auch wenn das ältere Kind gerade sehr eifersüchtig ist und Geschwisterstreit anzettelt.

Hab im Blick, dass beides da sein darf: Die Liebe und die Eifersucht.

Fühle dich in die Gefühle des Kindes ein und benenne die Gefühle:

„Jetzt ist der Luca da. Das ist manchmal bestimmt schwer für dich, ein kleines Geschwisterchen zu haben. Du hättest Mama und Papa gerne wieder mehr für dich? Ich verstehe das.“


Was du aktiv tun kannst, um Eifersucht unter Geschwistern vorzubeugen:

Bewährt hat sich die Spielzeit mit jedem Kind einzeln.

Eine halbe Stunde pro Kind pro Tag ist ideal.

Wenn du es nicht schaffst, so viel Zeit einzuräumen, schau, was möglich und machbar ist.

Je mehr Zeit, desto mehr Effekt und Veränderung im Verhalten des Kindes.

Das Ziel ist, dass sich dein Kind geliebt und in seiner Individualität wertgeschätzt fühlt.

Dann gibt es keinen Grund mehr für Geschwisterstreit.

Geschwisterstreit - abwarten oder eingreifen?

Geschwister kämpfen seit Jahrtausenden.

Früher um Nahrung, heute um Aufmerksamkeit und Zeit.

Je näher sie altersmäßig aneinander sind, desto mehr Zoff gibt es.

Eine gute Geschwisterbeziehung braucht gute Grundlagen, und die legen wir in der frühen Kindheit.

Aber unsere Begleitung wird weiter gebraucht.

Die Kinder fechten ihre Plätze noch relativ intensiv aus, bis sie in der Grundschule sind, danach wird es in der Regel ruhiger.

Solange sie lernen müssen, Bedürfnisse aufzuschieben, Impulse zu regulieren oder Konflikte zu verhandeln, brauchen sie uns an ihrer Seite.

Bei Geschwisterstreit gibt es ein paar grundsätzliche Dinge zu beachten:

Den Schiedsrichter zu spielen ist keine gute Idee.

Opfer und Täter zu benennen, obwohl man gar nicht mitbekommen hat, wie es zu dem Streit kam, schürt vor allem eines:

Unmut, Frustration und das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, was beim Kind wiederum in ein Gefühl mündet, nicht (genug) geliebt zu werden. 

Bleibe also neutral, vor allem dann, wenn nicht klar ist, von wem der Streit ausging.

Deine Aufgabe ist es, Streitigkeiten zu begleiten, nicht zu lösen.

Nur so können Kinder lernen, wie man „richtig“ streitet.

 

Beispielsituation:

Paul nimmt sich alle Gummibärchen, während Karl leer ausgeht.

Karl ist darüber sauer und verlangt, dass Paul ihm etwas abgibt.

Der weigert sich.

Beide schreien.

 

Dein Part:

Beobachte.

Lasse den Streit zu.

Greife zunächst nicht ein.

Eingreifen solltest du, wenn ein Kind dem anderen weh tut.

 

Kommuniziere die Wutregeln:

Niemand darf verletzt werden!

Nichts darf kaputtgehen oder mutwillig zerstört werden!

Durch dein „Nicht-einmischen“ entsteht ein natürlicher Prozess des Lernens:

Paul erlebt die Folgen seines Handelns:

Wenn er die Gummibärchen nicht abgibt, kann es sein, dass Karl traurig wird.

Das auszuhalten ist schwer.

Vermutlich wird Paul deswegen das nächste Mal mit Karl teilen – zumindest ein paar wenige abgeben.

Wann solltest du eingreifen?

Du hast abgewartet und kommst zu dem Ergebnis, dass die Kinder den Konflikt nicht selbst lösen können?

Eingreifen solltest du:

Wenn die Kinder keine gemeinsame Lösung finden

Falls sie sich nicht beruhigen können

Wenn der Streit ausartet und es zu Handgreiflichkeiten kommt

Wichtig
:

Der Geschwisterstreit muss ausgewogen beigelegt werden.

Nicht gut ist, wenn ein Kind aufgrund von Stärke gewinnt und das andere Kind (immer wieder) unterliegt und nachgibt.

Geschwisterstreit - Eingreifen oder abwarten

Wie kann ich meine Kinder in Streitsituationen begleiten?

Die Betonung liegt auf „Begleiten“.

Das heißt, wir bieten keine Lösungen an.

Stattdessen:

Lasse deine persönliche Meinung außen vor:

„Eure ewigen Streitereien nerven! Könnt ihr nicht einfach das Spielzeug teilen?“

Lass dir von beiden Seiten die Situation beschreiben.

Alle dürfen aussprechen.

Jeder wird gehört.

Nun bist du an der Reihe:

Fasse das Gehörte beider Seiten in deinen eigenen Worten knapp zusammen: „Paul ist sauer, weil er gerade mit dem Bagger so schön gespielt hat und Karl ist sauer, weil es eigentlich sein Spielzeug ist“

Es geht nun nicht darum, dies zu bewerten.

Vielmehr darum, die Gefühle beider Kinder anzunehmen und zu begleiten:

Ich sehe, dass du, Paul, gerade die Bausteine mit der Baggerschaufel aufgehoben hast. Dass du in deinem Spiel unterbrochen wurdest, macht dich wütend.“

Und zu Karl: „Den Bagger hast du gerade erst zum Geburtstag bekommen. Dass Paul ihn einfach genommen hat, ohne dich zu fragen, macht dich sauer.“

Stelle die Frage in den Raum:

„Was könnte eine Lösung sein?“

Bestärke die Kinder darin, ihre eigenen Lösungsideen einzubringen oder sammelt gemeinsam.

Die Lösung ist gefunden.

Frage an die Kinder:

„Wie fühlt ihr euch jetzt damit? Ist das so in Ordnung?“

Dies ist eine mögliche Vorgehensweise bei älteren Kindern.

Bei Kleinkindern funktioniert diese Form der Mediation noch nicht so gut, kann aber schon angewandt werden, um die Fähigkeit zur gewaltlosen Konfliktlösung kennenzulernen.

Spiele bei Geschwisterstreit um ein- und dasselbe Spielzeug

Bei jüngeren Kindern gehst du am besten spielerisch vor:

Bringe das Spielzeug in deinen Besitz und nimm Reißaus.

Die Kinder sollen mit vereinten Kräften die Rückeroberung versuchen (Team).

Werde dann irgendwann langsamer, gib vor zu stolpern, so dass die Kinder das Spielzeug wieder abnehmen können 

Oder du nimmst das Spielzeug und versteckst es an einem Ort, an dem es die Kinder sofort finden und erklärst:

Du hast es an einem super sicheren Ort versteckt, wo sie es NIE finden werden! 😉

Tu ganz überrascht, wenn sie es doch finden (Wieder Teambuilding)

Als Anschlussspiel:

Die Kinder verstecken das Spielzeug gemeinsam.

Du bist total bemüht, aber findest es natürlich nicht

Geschwisterstreit - Kinder streiten

Deine eigenen Gefühle bei Geschwisterstreit - eine Übung

Lege dir ein Blatt Papier und einen Stift zurecht.

Das werden wir gleich brauchen.

Schließe nun für einen kurzen Moment die Augen.

Stelle dir eine konkrete Situation vor, in der sich deine Kinder gestritten haben. 

Wie ging es dir dabei?

Welche Gefühle kamen bei dir hoch?

Spüre einen Moment da rein.

Warst du angespannt?

Hat sich dein Körper verkrampft?

Ist deine Atmung ganz flach geworden?

Oder ist Wut in dir aufgestiegen?

Warst du genervt oder sauer auf deine Kinder?

Erwischtest du dich dabei, wie du einem bestimmten Kind schon, ohne es mitbekommen zu haben, die Schuld gegeben hast?

Nimm dir einen Moment Zeit und spüre, fühle diese Gefühle.

Wie hast du dich in dieser Streitsituation verhalten?

Bist du ruhig geblieben oder warst du aufbrausend?

Bist du dazwischen gegangen?

Oder weggegangen und hast die Tür hinter dir zugemacht, damit du es nicht schon wieder hören musst?

Hast du gedroht oder Strafen ausgesprochen?

Nimm dir einen Moment Zeit und erinnere dich an deine Reaktion auf den Geschwisterstreit.

Wie geht es dir jetzt gerade, wenn du an deine Reaktion denkst?

Schämst du dich?

Hast du ein schlechtes Gewissen?

Spürst du eine Ohnmacht, die die (ständigen) Streitereien der Kinder bei dir hervorrufen?

Lass uns gemeinsam eine Lösung dafür finden.

Stelle dir folgende Fragen:

Was würde mir guttun?

Was würde mir helfen?

Wer könnte mir hilfreich sein und wie?

Gibt es jemanden, dem ich alles erzählen kann?
Dem ich voll und ganz vertraue?
Bei dem ich mich mal so richtig aussprechen kann?

Nimm dir einen Moment Zeit, darüber nachzudenken.

Wenn du soweit bist, öffne die Augen, nimm deinen Stift zur Hand und schreibe die Antworten auf die letzten Fragen auf.

Geschwisterstreit - erschoepfte Mutter

Geschwisterstreit: Mein Kind haut

Hintergrundwissen:

Gerade sehr kleine Kinder hauen oder schubsen, weil sie es noch nicht schaffen, ihre Wünsche anders auszudrücken.

Du kannst so viel erklären und ermahnen, wie du willst, sie werden es wieder tun.

Weil sie nicht anders können.

Das Gehirn kleiner Kinder verfügt noch nicht über Impulskontrolle, sie können ihre Kraft und ihre Tat in dem Moment gar nicht kontrollieren / einschätzen.

Da sind Wut, Trauer, Frust… und das muss raus.

In dem Alter steckt noch keine bewusste Handlung hinter dem Verhalten.

Aus Sicht des Kindes verhält es sich so aus einer Not heraus.

Zeige Verständnis für diese Not deines großen Kindes.

Und auch für die Not des anderen Kindes in dem Moment.

Hier sollte es keine Opfer-Täter-Kategorisierung geben.

 

Was du akut tun kannst:

Wenn dein Kind Aggressionen gegenüber anderen Kindern erkennen lässt, muss Einhalt geboten werden, damit niemand zu Schaden kommt.

Wenn du weißt, dass dein Kind mit hauen oder beißen oder schubsen seinem Frust Luft macht, bleibe am besten beim Spiel anwesend und versuche, bevor es haut oder schubst einzugreifen, so dass alle geschützt sind und gesund bleiben.

Wichtig ist, dass du es entschlossen, aber liebevoll davon abhältst, dem anderen Kind weh zu tun.

Alternativ eignet sich in dem Moment ein Machtumkehrspiel:

Fordere dein älteres Kind auf, seine Aggression gegen dich statt gegen den Bruder / die Schwester zu richten.

Nimm bspw. ein Kissen und halte es dir vor den Bauch.

Animiere dein Kind dazu, immer wieder mit Anlauf gegen das Kissen zu rennen.

Bei dem Spiel gibst du dich natürlich ganz schwach, so dass dein Kind vermutlich beginnt zu lachen, was die innere Anspannung löst. 

Geschwisterstreit - Junge aggressiv

Hassgefühle gegenüber dem Geschwisterkind

„Ich wünschte, Leni wäre tot!“

„Ihr kümmert euch gar nicht um mich!“

„Ich hasse mich!“

 

Das sind harte Worte, die uns womöglich erstmal mit offenem Mund zurücklassen.

Am besten „reagierst“ du, indem du erstmal nichts sagst und durchatmest.

Wichtig zu wissen: Hinter Trotz, Aggression und Wut stecken Angst, Verzweiflung, Trauer.

Wenn du diese Gefühle erkennst, kannst du dein Kind gut begleiten.

Schau dein Kind an und frage dich:

Bekommt es, was es braucht?

Überlege, welche Bedürfnisse hinter seinem Verhalten stecken könnten.

Nimm es an in all den starken Gefühlen, die gerade auf es einprasseln.

Gerade in der Trotzphase mit 3 – auch früher oder später natürlich – können Kinder von ihren Gefühlen völlig überwältigt werden.

Reagiere ruhig und empathisch:

„Ich kann mir vorstellen, wie es dir gerade geht.“

„Du bist richtig sauer, ich sehe das.“

„Es ist wirklich momentan schwierig, wir kommen alle zu kurz.“

„Das wird vorbeigehen. Aber im Moment ist es so.“

„Hast du das Gefühl, wir haben zu wenig Zeit zusammen?“

„Fällt dir etwas ein, was wir machen könnten, nur du und ich?“

Was passiert, wenn sich dein Kind gesehen fühlt?

Es kann die hasserfüllten Gefühle zulassen und damit auch loslassen.

Vielleicht findet das Kind in die Tränen und weint und wütet in deiner liebevollen Begleitung.

So kann es die innere Anspannung abbauen und sich von Stress befreien.

Wichtig:

Halte dein Versprechen – gemeinsame Zeit – auch ein.

Idealerweise macht ihr direkt etwas aus: „Heute Abend, wenn Leni schläft? 20 Minuten nur für uns!“

Lösungsorientiert: Diese beiden Spielarten musst du kennen!

Es gibt zwei Arten des Spiels:

Kompetitive Spiele und kooperative Spiele.

Kompetitive Spiele sind Spiele, bei denen man sich, sein Können, seine Stärke etc. misst – man tritt gegeneinander an:

Diese Spiele motivieren Kinder, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, ihre Fähigkeiten oder Leistungen mit denen anderer Wettbewerber zu vergleichen und ihre Fortschritte zu messen.

Kooperative Spiele sind Spiele, bei denen man gemeinsam etwas schafft – man bildet ein Team:

Diese Spiele bieten die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, die nicht von der Gefahr zu verlieren überschattet sind.

Es gibt ein gemeinsames Ziel und keinen Verlierer.

Ein Gleichgewicht aus beiden Spielbereichen ist anzustreben.

Leider überwiegt im Alltag der Kinder das kompetitive Spiel – sie sind viel zu oft dem Wettkampf ausgesetzt.

So empfinden sie ihre Spielkameraden oft als Konkurrenten: „Ich bin aber schneller als du!“

Geschwisterstreit vorprogrammiert.

Kompetitive Spiele können auch in kooperative Spiele umgewandelt werden, z.B., indem man kein Wettrennen veranstaltet, sondern anstrebt, dass alle das Ziel erreichen (oder Hand-in-Hand ins Ziel rennen).

Wenn du mit deinen Kindern ein gemeinsames Ziel anstrebst, bekommen sie das Gefühl der Verbundenheit und Wertschätzung ihrer Person.

6 Teambuilding-Spiele zur Stärkung des Geschwisterbands

Tipp:

Stärke das Vertrauen des einzelnen Kindes in seine eigenen Fähigkeiten, dann verspürt es kein Bedürfnis, sich in einem verbissenen Konkurrenzkampf gegen die Geschwister oder andere Kinder zu behaupten.

Hier eine Auswahl an Spielen, die deine Kinder zum Team machen wie die Eisprinzessin Elsa und ihre Schwester Anna:

 

– Mama gemeinsam von der Couch rollen.

– Beide Kinder bezwingen dich mit einem Kissen. Du gibst dich natürlich schwach und lässt dich überwältigen. Gib dein ganzes schauspielerisches Talent rein!

– Kissenschlacht mit Machtumkehreffekt. Die Kinder gegen die Eltern. Auch hier lasst ihr euch theatralisch nach hinten fallen.

– Die Kinder bilden ein Ärzte- oder Krankenschwesterteam und betreuen gemeinsam Mama oder Papa medizinisch

– Alle kooperativen Aktivitäten, wie gemeinsam einen Turm bauen, Geschichten erzählen, musizieren, Plätzchen backen, basteln…

– Suppentopf (Teilnehmerzahl unbegrenzt). Ein Spiel, das ideal ist für größere Gruppen, die nicht richtig ins gemeinsame Spiel finden. Es funktioniert wie „Fangen“: Du bist eine (nicht ganz so) böse Hexe, die versucht, die Kinder zu schnappen und an einen bestimmten (vorher ausgemachten) Ort zu bringen. Das ist der Suppentopf. Du bist natürlich ´ne lahme Ente und fängst die Kinder nur schwer. Wenn du mal eins hast, darf es sich aus deinen Armen befreien. Du schimpfst natürlich wie ein Rohrspatz. Oder aber es landet im Suppentopf. Dort können die anderen Kinder es freischlagen. Das funktioniert jedoch nur mit schon älteren Kindern. Gegebenenfalls gibt es Orte, an denen die Kinder vogelfrei sind und du sie da auch nicht fangen darfst. Folge dem Lachen!

 

Das Lachen während dieser Aktivitäten baut schmerzliche Gefühle wie Frustration, Wut, Verunsicherung, Angst und Machtlosigkeit ab, die eigentliche, wahre Ursache der Geschwisterrivalität.

Mit den Spielen festigst du zum einen deine eigene Bindung zu deinen Kindern, sowie die Bindung der Geschwister zueinander und bringst das Lachen wieder in eure vier Wände.

Geschwisterstreit - Kinder lachen

Wie geht es dir nach dem Artikel?

Bist du zuversichtlich, dass es in deiner Familie mit diesen Tipps ruhiger und entspannter wird?

Bei meinen beiden Jungs hat es alles verändert.

Probier es einfach aus!

Und dann lass mich wissen, welche Fortschritte du verzeichnest.

Tu dies auch sehr gerne in den Kommentaren, so dass alle was davon haben.

Wenn du dir Hilfe und Unterstützung wünschst und konkrete Anleitung, dann buche dein persönliches, kostenfreies Video-Kennenlerngespräch mit mir.

Wir beschnuppern uns und schauen, ob wir uns eure Situation intensiver anschauen.

Mach dir gerne zuerst einen Eindruck von mir.

Bleib stets verbunden!
Deine Jenn

PS: Gerne möchte ich dich auf einen sehr wertvollen Artikel zum Thema Geschwisterstreit von der lieben Lena hinweisen. Sie bloggt auf kraftvollmama.de

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Erste Hilfe für Alltagskonflikte mit deinem Kind

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